Das war’s. Na danke, 2020! Der FCZB-Jahresrückblick

Dieses Jahr hatte es in sich: Die Ausgangs- und Kontakteinschränkungen im Frühjahr, die zweite Coronawelle seit dem Spätherbst. Der harte Lockdown jetzt. Die Sorgen um Familie, Job und Gesundheit. Immer die Frage: Was kann, was darf, was muss? Das galt und gilt auch für das FCZB und unsere Kolleginnen.

Auch wenn wir schon lange Online-Weiterbildungen anbieten, war es für uns herausfordernd, alle Angebote in den virtuellen Raum zu verlegen, uns in neue Online-Tools einzuarbeiten, viele neue Werkzeuge kennenzulernen und zu nutzen, Videokonferenzen zu organisieren, neue Methoden und Formate auszuprobieren und unsere Teilnehmerinnen bei der Umstellung auf reines Online-Lernen zu begleiten. Vieles davon werden wir auch in den kommenden Präsenzzeiten weiterführen und umsetzen.

Trotz (und zum Teil wegen) Corona sind neue Projekte an den Start gegangen, wir haben neue Kolleginnen begrüßen können (und mussten andere gehen lassen).

Auf ein Neues. Hallo 2021!

Guten Rutsch @Angelo Brewing/CanvaSo hart die Zeiten auch sind, wir haben durch Corona auch Gutes gelernt: Im Home Office geht mehr, als wir vorher gedacht und gemacht haben. Team-Meetings funktionieren auch digital sehr gut, Onlinelernen klappt für die Zielgruppen.

Wir haben uns noch mehr mit anderen Frauenprojekten vernetzt und eine gemeinsame Haltung zu Digitalisierung und Gender entwickelt. Unsere Expertise ist gefragt und wir teilen gern unser Wissen und unsere Erfahrungen. Weiterbildung, Digitalisierung und Feminismus werden auch im kommenden Jahr unsere Themen sein.

Wir werden auf eine gute Mischung von Online und Präsenz setzen. Und natürlich sind persönliche Begegnungen vor Ort mit Teilnehmerinnen und Partner*innen unschätzbar wichtig.

Es wird schön sein, wenn wir uns endlich wieder von Angesicht zu Angesicht und irgendwann auch mal ohne Maske wiedersehen. Und wir hoffen, dass das Barcamp im Spätherbst 2021 wieder vor Ort im FCZB mit Blick auf die Spree stattfinden kann.

Bis dahin finden unsere Weiterbildungen, Netzwerktreffen und Workshops als Online-, Blended-Learning- oder Hybridformat statt.

2021 kann kommen.

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Online-Kommunikation, digitale Konferenzen, Webinare und der Einsatz von kollaborativen Tools - in den vergangenen Monaten haben uns viele Fragen zu diesen Themen erreicht. Einen Teil konnten wir bei Netzwerktreffen wie unserem #femhubberlin und dem Digitaltag gemeinsam mit den anderen Teilnehmerinnen beantworten. Die anderen Fragen waren Thema in unserer digitalen Sommersprechstunde.

Kompetenzen für die digitalisierte Welt. Weiterbildung für Berliner Frauenprojekte. Foto: Markus Winkler/Unsplash (Symbolbild) Weil viele Frauenprojekte schnell auf Online-Arbeiten umstellen wollten und mussten, entstand die Idee, eine modulare Weiterbildungsreihe zu entwickeln. Gedacht für Mitarbeiterinnen von Berliner Qualifizierungs- und Beratungsprojekten. Konzipiert und durchgeführt vom FCZB und BER-IT. Gefördert von der Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung, Abteilung Frauen und Gleichstellung. Der zweite Durchlauf startet im ersten Quartal 2021.

Digitale Akademie Pflege 4.0 (DAPF)Im Mai ist unser Projekt Digitale Akademie Pflege – DAPF 4.0 gestartet. Damit unterstützt das FCZB das Lehrpersonal der neuen generalistischen Pflegeausbildung mit digitalen Lehr- und Lernszenarien.

MIKADO ist eine Multiplikator*innen-Schulung für Haupt- und Ehrenamtliche aus Frauenprojekten, Unterkünften, Kommunen und Vereinen, die ihr Angebot für geflüchtete Frauen um einen Computerkurs erweitern möchten. Unser Konzept aus dem Modellprojekt Digital Empowerment für geflüchtete Frauen in Berlin wird hier bundesweit transferiert.

Nach fünf Jahren geht unser „Knastprojekt“ MUNIA zu Ende. Über das Jahr 2020 hinaus wird es keine weitere Förderung durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und den Europäischen Sozialfonds geben.

Fünf Jahre haben wir haftentlassene bzw. straffällig gewordene Menschen bei ihrer Wiedereingliederung ins Berufsleben unterstützt. Unsere Kolleginnen waren regelmäßig in den Berliner Justizvollzugsanstalten unterwegs, um die dort Inhaftierten bei dem Übergang von der Haft in die Freiheit zu begleiten und sie bei der Suche nach Arbeit, Ausbildung oder Qualifizierung zu beraten. Sie haben andere Projekte und Organisationen aus dem Bereich der Straffälligenhilfe vernetzt und mit den Sozialen Diensten der Justiz Berlin, Arbeitsagenturen und Jobcenter kooperiert.

Während der Corona-Ausgangsbeschränkungen haben die Beratungen per Telefon, E-Mail und Briefpost (bei Inhaftierten) und später im Freien (Walk-and-Talk) stattgefunden, um den Kontakt aufrechtzuerhalten und die begonnenen Prozesse weiterzuführen.

Sechs Mal haben wir uns dieses Jahr mit dem Netzwerk für Frauen und digitale Bildung getroffen, ab März online. Dabei reichte unser Themenspektrum von digitaler Zusammenarbeit in Zeiten von Corona über digitale Ressourcen der Berliner Frauenprojekte bis zur Berliner Digitalisierungsstrategie. Deren Entwicklung begleiten wir auch 2021 mit einem kritischen und feministischen Blick, um die digitale Zukunft gendergerecht zu gestalten.

Um die Arbeit der Zukunft ging es bei der LABOR.A. Die Konferenz fand Anfang Oktober als hybride Veranstaltung statt und wurde von der Hans-Böckler-Stiftung organisiert. FCZB-Geschäftsführerin Karin Reichel diskutierte mit anderen u.a. über den Wandel in der beruflichen (Weiter-)Bildung, Ungleichheit und Organisationswandel. Und sie gewann den Ideenpitch in der Kategorie „Qualifizierung in der digitalen Transformation“. Ihr Pitch: eine ganzheitliche Weiterbildung für Trainer*innen in der digitalisierten Welt: Train the Trainerin – Digitales Empowerment für Frauen.

Unter dem Motto Kompetenzen für die digitale Welt – Was geht mich das an? haben wir am EU-weiten Digitaltag am 19. Juni 2020 online und vor Ort im FCZB Einzelberatungen für Frauen durchgeführt. Thema: Welches Computer- und Internet-Know-how ist für meine aktuelle Situation wichtig ist und wie hilft mir das Know-how beruflich? Außerdem gab es ein Webinar und einen tollen Vortrag der Kollegin Sibylle Würz zum Thema Social-Media-Kompetenz als Game Changer und Türöffner. Rund zwei Dutzend Mitarbeiter*innen aus Berliner Jobcentern nutzten das Angebot zur eigenen Weiterbildung. 2021 wird es erneut eine Kooperation mit den BCA geben, um Frauen anzusprechen, die bisher eher digital abseits stehen.

Am 9. November hat FCZB-Geschäftsführerin Karin Reichel im Abgeordnetenhaus vor dem Ausschuss für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung gesprochen. Dabei ging es um das Thema „„Digitalisierung geschlechtergerecht weiterdenken und gestalten“. Im Video könnt ihr ihre Statements noch einmal nachhören (Start bei 1:04:00, Dauer ca. 9 Minuten) Link zum Video

Durch Corona ist noch einmal deutlich geworden, wie der groß der Digital Gender Gap ist: bei Zugang, Nutzungsverhalten und Kompetenz. Klar geworden ist aber auch, dass ein großer Bedarf besteht an technischer Ausstattung und Qualifizierungen. Diesen Bedarf wollen wir mit einer Umfrage erheben. Ziel ist es, den Berliner Senat dabei zu unterstützen, Geld zu investieren, um Frauen den Zugang zu digitalen Ressourcen zu ermöglichen, damit sie ihre Kompetenz für den digitalen Wandel entwickeln können.

Die Umfrage läuft noch bis zum 31. Dezember 2020, die Ergebnisse werden im Januar veröffentlicht. Wir freuen uns über eure Teilnahme!

Link zur Umfrage

Wir haben unser Angebot erweitert für Frauen, die ihre berufliche Zukunft selbst in die Hand nehmen wollen: Coaching ist eine kurze Intervention mit dem Ziel, dass du (d)ein berufliches Problem mit Unterstützung löst. Also mehr als Bewerbungstraining, aber weder Therapie noch Lebensberatung.

Eingeladen hatte die Humanistische Union zum Thema „Quo vadis Kirchenrecht“. Zugeschaltet waren in Spitzenzeiten 73 Teilnehmende aus ganz Deutschland. Unsere Kolleginnen haben im FCZB und online die Teilnehmenden begleitet, für funktionierende Technik gesorgt und sind als Moderatorinnen eingesprungen.

„Als erfahrene Livestream-Operator und neue Mitarbeiterin des FCZB war die Premierenveranstaltung einer Hybridkonferenz für mich die Gelegenheit das Team trotz Coronabedingungen näher kennenzulernen und einen Teamspirit zu entfachen, den ich so noch nicht erlebt habe.“ (Rebecca)

„Ich war vor Ort für die Mikrofone und Kameras zuständig. Es hat viel Spaß gemacht und eine völlig neue Erfahrung, dass einige Referenten aber nicht die Teilnehmenden bei uns vor Ort sind. Womit ich nicht gerechnet hatte, dass gleich zu Beginn die Standkamera für das Podium ausgefallen ist und ich mit nur einer Kamera die Veranstaltung einfangen muss.“ (Angela)

„Meine Rolle war zuerst die der „technischen Moderatorin“, d.h. ich habe von zu Hause aus die Teilnehmer*innen im Konferenztool technisch betreut, ihnen gezeigt, wie sie Ton und Kamera an- und ausschalten, wo der Chat ist etc. Ich habe sie zu Beginn der Konferenz offiziell begrüßt und ihnen nach jedem Beitrag mitgeteilt, wann es womit weitergeht. So war ich plötzlich im Gespräch mit lauter Kirchenrechtler*innen aus dem ganzen Bundesgebiet.

Gleichzeitig habe ich mich mit den FCZB-Kolleginnen vor Ort und teilweise auch über eine Signal-Gruppe ausgetauscht. Die hatte ich quasi parallel immer im Ohr, musste auch schnell reagieren, falls der Ton schlecht war oder es Fragen aus dem Chat gab, diese weiterleiten. Das war echt ein Multitask-Fulltime-Job. Es war toll zu sehen, wie die Kolleginnen vor Ort das alles stemmen und wie schnell Probleme über Nacht gelöst wurden, z.B. war am Vortag der Ton vor Ort viel zu laut, wir haben online jeden Schritt gehört ). Die Kolleginnen haben megagut zusammengearbeitet, es waren so viele im Einsatz …

Am allerbesten war Rebecca, die bei allem den Überblick und wahnsinnige Ruhe behalten hat. Sie war die Fachfrau und hat super delegiert, klar kommuniziert, wirklich fantastisch, obwohl alle ständig an ihr gezerrt haben. Es war alles in allem eine tolle Teamerfahrung (teilweise bis spät in die Nacht), aber auch sehr anstrengend. Mein persönliches Highlight war, dass ich das mit meiner Family hinbekommen habe, weil genau in der Woche meine Kinder in Quarantäne waren …“ (Elisa)