Dr. Jutta Franzen: Berufsorientierung? Auf die eigenen Stärken setzen!

Dr. Jutta Franzen ist Diplom-Soziologin und arbeitet im Bereich Kompetenzbilanzierung und Berufsorientierung für Migrantinnen. Im Blogbeitrag erzählt sie, wie das funktioniert – und gibt Tipps ihrer Teilnehmerinnen weiter.

Dr. Jutta Franzen, Diplom-Soziologin und Trainerin, #Expertinnenwissen im FCZB

Was vermittelst du den Teilnehmerinnen?

Wo stehe ich jetzt? Wo kann es hingehen? – Mit diesen Fragen kommen die Teilnehmerinnen in die Weiterbildung zur beruflichen Orientierung. In der Fortbildung reflektieren die Frauen dann ihre eigene Geschichte: Welche Erfahrungen habe ich gesammelt? Was habe ich gelernt? Was kann ich gut? Was mache ich gern?

Wir entwickeln gemeinsam ein Profil ihrer Stärken und Werte. Dann gucken wir, welche beruflichen Möglichkeiten sich ihnen bieten, aber auch, welche Anforderungen es gibt. Hierzu informieren wir uns online und besuchen Beratungs- und Informationseinrichtungen.

Wir sprechen nur Deutsch miteinander, sodass die Frauen ihre Sprachkenntnisse festigen und für den Beruf erweitern. Am Ende der Fortbildung soll jede Teilnehmerin wissen, wo sie beruflich hin will und die nächsten Schritte nennen können, die sie dazu unternehmen muss.

Warum ist das wichtig?

Berufsorientierung ist für jede wichtig, weil der Beruf zu den eigenen Kompetenzen und Werten passen muss. Bei Umbrüchen und Veränderungen im Leben stellt sich die Frage nach beruflicher Orientierung immer wieder. Das kann der Neubeginn in Berlin sein, aber auch die Entscheidung, nach einer langen Familienphase eine berufliche Tätigkeit ausüben und Neues lernen zu wollen.

Welchen Tipp würdest Du einer Freundin geben, die sich beruflich neu orientieren will?

Da möchte ich den Tipp einer Teilnehmerin weitergeben: Sie geht viel auf Veranstaltungen, wo sie Leute trifft, die bereits in dem Bereich arbeiten, in den sie möchte. Sie erfährt so, wie es in der Praxis aussieht, übt ihr Deutsch und kann erste Kontakte zur Vernetzung knüpfen.

Welche Trends zeichnen sich ab?

Gute Deutschkenntnisse und ein souveräner Umgang mit digitalen Medien werden die Grundvoraussetzungen bleiben, damit der Einstieg in den Beruf gelingt. Zugleich sollten Migrantinnen ihre Erstsprache nicht unterschätzten: Gerade in Berlin kann es von Vorteil sein, etwa Arabisch, Spanisch oder Polnisch zu sprechen. Die Sprache hilft bei der sozialen Tätigkeit in einer Beratungseinrichtung, ermöglicht die Kommunikation mit Patient*innen oder internationalen Geschäftspartner*innen und erleichtert die Arbeit im Hotel mit Gästen aus aller Welt.

In der Weiterbildung Berufliche Orientierung und berufsbezogenes Deutsch für Migrantinnen ist Jutta Franzen Trainerin für den Bereich berufliche Orientierung.

Auf ihrer Website beschäftigt sie sich unter anderem mit Kultursoziologie, Medien, Philosophie und Kunst.

Dieses Porträt ist Teil unserer Trainerinnen-Serie #Expertinnenwissen im FCZB.
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