DigitalAngels – Mach dich stark im Netz

Im Bildungsprojekt DigitalAngels qualifizieren sich Mädchen und junge Frauen als ehrenamtliche Peer Educators für das Thema digitale Gewalt. DigitalAngels richtet sich an junge Frauen mit unterschiedlichen Lebenserfahrungen zwischen 16 und 20 Jahren.

Im Bildungsprojekt DigitalAngels werden Mädchen und junge Frauen zu Multiplikatorinnen für das Thema digitale Gewalt.

Das Bildungsprojekt ist im Januar 2021 mit der Feinkonzeption und der Teilnehmerinnen-Akquise gestartet und hat eine Gesamtlaufzeit von drei Jahren. Die erste Fortbildungsreihe läuft von April bis November 2021. Pro Durchgang können 16 Mädchen und junge Frauen teilnehmen und sich mit einem Zertifikat zu Peer Educators zum Thema digitale Gewalt (gegen Frauen) qualifizieren.

Ziele

In einer Workshop-Reihe erwerben die Teilnehmerinnen Wissen und praktisches Know-how zu Formen digitaler Gewalt genau wie zu Sicherheit im Netz. Im Laufe des Projekts lernen sie eigene Projekte zu entwickeln und das erlangte Know-how an ihre jeweilige Peergroup weiterzugeben.

Konkret heißt das: Mädchen und junge Frauen

  • stärken ihre digitale Mündigkeit
  • lernen, in der digitalisierten Welt aktiv und selbstbestimmt sichtbar zu werden
  • vernetzen sich mit Gleichaltrigen mit und ohne Erfahrungen mit digitaler Gewalt
  • werden zu ehrenamtlichem Engagement ermutigt
  • bauen Selbstvertrauen und Eigenverantwortung aus

Wir wollen Mädchen und junge Frauen mit diversen kulturellen, sozialen und familiären Hintergründen zusammenbringen.

Warum machen wir das?

Die digitale Transformation unserer Welt bietet viele Chancen. Sie birgt aber auch Gefahren, die Politik und Gesellschaft vor neue Herausforderungen stellen. Digitale Alltagsrealitäten prägen insbesondere die Lebenswelt von Jugendlichen: Sie vernetzen sich in sozialen Medien und pflegen ihre Freundschaften im Netz. Dabei machen sie nicht nur positive Erfahrungen. Viele junge Menschen werden mit falschen oder beleidigenden Inhalten und Bildern über die eigene Person und Hassbotschaften im Netz konfrontiert, einige auch mit Fällen von (Cyber-)Mobbing. Gesellschaftlich wirksame Macht- und Diskriminierungsstrukturen werden dabei im digitalen Raum reproduziert. Besonders Mädchen und junge Frauen sind davon betroffen. Oft reagieren sie darauf mit Rückzug aus ihren sozialen Netzwerken. Dadurch werden sie aus dem (digitalen) öffentlichen Raum und damit aus gesellschaftlichen, politischen und demokratischen Diskursen verdrängt. Die Konsequenzen reichen von ausbleibender gesellschaftlicher Integration und/oder Partizipation von Mädchen und jungen Frauen bis hin zur Traumatisierung durch digitale Gewalt.
Hier setzt das Projekt DigitalAngels an: Mädchen und junge Frauen lernen, sich im Netz zu verteidigen – und bleiben so hörbar.

Wie machen wir das?

Die Inhalte des Projekts vermitteln wir in einer mehrmonatigen Workshop-Reihe, online und vor Ort in Berlin. Das didaktische Konzept von DigitalAngels ist projektbasiert: Die Teilnehmerinnen geben das erworbene Know-how in einer Praxisphase beratend und unterstützend an ihre Peergroup weiter. So wenden sie das Gelernte direkt an.

Konkrete Inhalte der Workshops sind

  • Formen, Verbreitung und Auswirkungen von digitaler Gewalt
  • Machtstrukturen, Sexismus und sexuelle Selbstbestimmung
  • Digitale Kompetenzen und sicheres Bewegen in virtuellen Räumen
  • Chancen und Gefahren digitaler Räume
  • Informationelle Selbstbestimmung und digitale Selbstverteidigung
  • Methodisch-didaktische Grundlagen
  • Entwicklung von Projektideen mit Hilfe von Kreativtechniken
  • Teamarbeit und Kommunikation

Während des Projekts ermutigen wir die Teilnehmerinnen, eigene Ideen einzubringen. Durch den partizipativen Ansatz können wir DigitalAngels an die Bedürfnisse und Lebenswelten der Teilnehmerinnen anpassen.