Digitale Akademie Pflege (DAPF)

Die neue generalistische Pflegeausbildung unterstützt den Ausbau des digitalen Lernens. Mit dem Projekt DIGITALE AKADEMIE PFLEGE - DAPF 4.0 unterstützt das FCZB das Lehrpersonal mit digitalen Lehr- und Lernszenarien.

ZIELE

Mittelfristiges Projektziel: In zwei Pflegeschulen in der Metropolregion Berlin-Brandenburg wird das Lehrpersonal darin unterstützt, digitale Lehr- und Lernszenarien in der generalistisch ausgerichteten Pflegeausbildung zu erstellen bzw. zu nutzen.

Gesamtziel: Um die Projektergebnisse zu verstetigen und deutschlandweit zu verbreiten, wird während des Projektes die Online-Plattform “Digitale Akademie Pflege 4.0” aufgebaut. Damit wollen wir eine Community of Practice unter den Lehrenden in der Pflegeausbildung ermöglichen und so ein Lern- und Austauschangebot zu digitalem Lernen in der generalistischen Pflegeausbildung schaffen.

WARUM MACHEN WIR DAS?

  • Weil durch die Generalisierung der Pflegeausbildungen die Lern- und Lehranforderungen steigen. Hier kann digitales Lernen helfen. In der Pflegeausbildung vollziehen sich aktuell große Veränderungsprozesse.
    Zum 1.1.2020 wurden die Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflegeausbildungen zur generalistischen Pflegeausbildung zusammengefasst, um die Ausbildung zu standardisieren und anhand von Schlüsselqualifikationen zu restrukturieren.
  • Weil digitales Lernen individuelles Lernen heißt. Das trägt der Heterogenität der Lernenden in der Pflegeausbildung Rechnung.
  • Weil im Berufsalltag der Pflege digitale Tools bereits heute die Arbeit erleichtern. Um sie zukünftig noch besser einsetzen zu können, brauchen die Pfleger*innen Kompetenzen, um mit der digitalen Welt gut zurechtzukommen („digitale Kompetenz“).
    Der Digitalisierungsschub erfordert, Vermittlung und Erwerb digitaler Medienkompetenz verstärkt in die Pflegeausbildung und die Pflegedidaktik zu integrieren. Mit der COVID-19-Krise gehen Druck und Chance einher, zeitnah vermehrt digitale Lehrangebote in Pflegeschulen zu schaffen.
  • Weil die Auszubildenden an unterschiedlichen Orten lernen, können sie sich durch digitale Angebote besser vernetzen und austauschen – untereinander und mit den Ausbilder*innen.

Mit dem Projekttitel DIGITALE AKADEMIE PFLEGE 4.0 verweisen wir zum einen auf die vierte Entwicklungsepoche der Arbeitswelt: die Vernetzung technischer Systeme (auch Digitalisierung genannt). Der Titel spielt zum anderen darauf an, dass der digitale Raum der vierte Lernort in der Pflegeausbildung ist – neben Schule, Praxis und Zuhause.

Das FCZB will Diskriminierungen in der beruflichen Bildung und auf dem Arbeitsmarkt beseitigen. Mit diesem Projekt wird das FCZB in einem Bereich tätig, in dem vor allem Frauen arbeiten. Wir wollen dazu beitragen, die Arbeits- und Lernbedingungen in der Pflege(ausbildung) zu verbessern.

WIE MACHEN WIR DAS?

Coaching on the job

Durch ein individuelles Coaching on the job unterstützt das FCZB die Lehrer*innen an den beteiligten Pflegeschulen dabei, ihre Kompetenzen für Umgang und Einsatz digitaler Technologien und Tools zu erweitern. Zwei Digitalisierungscoaches begleiten beim Einsetzen, Ausprobieren und Erkunden digitaler Medien: auf Augenhöhe, individuell abgestimmt und ohne Ergebnisdruck. Während des Coachings werden gemeinsame digitale Lehr- und Lernszenarien für die generalistische Pflegeausbildung erarbeitet und erprobt.

Projekt-Hubs und Barcamps

In acht Projekt-Hubs können sich die Lehrer*innen über ihre Erfahrungen austauschen und Wissen teilen.
Zusätzlich werden wir im Rahmen von Barcamps eine grundsätzliche Diskussion zum Thema Digitalisierung und Pflege ermöglichen.

ERGEBNISSE

Online-Plattform DIGITALE AKADEMIE PFLEGE 4.0

Alle Projektergebnisse fließen in die inhaltliche Ausgestaltung der Online-Plattform DIGITALE AKADEMIE PFLEGE 4.0. Diese offene Transfer-Plattform wird von der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin (HWR) unter der Leitung von Prof. Dr. Heike Wiesner entwickelt. Für die partizipative Softwaregestaltung werden die Lehrenden und Auszubildenden der beteiligten Pflegeschulen in die Entwicklung einbezogen.

Im Sinne einer „Community of Practice“ soll die Online-Akademie Folgendes beinhalten:

  • Aktuelle Informationen rund um das Thema
  • Systematische Übersicht über digitale Kompetenzen, die in der Pflege benötigt werden
  • Didaktische Konzepte und Lernmodule als Open Educational Resources (OER)
  • Selbstlernkurse, Webinare, Tutorials, MOOCs für Lehrende und Auszubildende in der Pflege
  • Good-Practice-Beispiele
  • Austauschmöglichkeiten über Foren

PARTIZIPATIVE EVALUATION

Das Teilvorhaben an der TU Berlin führt prozessbegleitend eine partizipative Evaluation zu digitalen Kompetenzen in der Pflegedidaktik durch und stellt damit eine beratende, partizipative und sozialwissenschaftlich fundierte Begleitungforschung für die Verbundpartner*innen zur Verfügung.
Auf der Grundlage von Bestands- und Bedarfsanalysen sowie empirischen Erhebungen sichert das Teilvorhaben der TU Berlin somit ab, dass die Heterogenität der Lernenden und Lehrenden in die Entwicklung digitaler Lehr- und Lernszenarien einbezogen wird.

KOORDINATION

Die Koordination und Leitung des gesamten Projektes übernimmt ein Team des FrauenComputerZentrumBerlin e.V. (FCZB).

DAPF – Digitale Akademie Pflege 4.0. Gefördert vom Bundesministerium für Bildung und ForschungDas Projekt DIGITALE AKADEMIE PFLEGE 4.0: DIGITALE KOMPETENZEN FÜR DIE GENERALISTISCHE PFLEGE(AUS)BILDUNG wird in der Förderlinie „Digitale Medien in der beruflichen Bildung in den Gesundheitsberufen (DigiMed)“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) finanziert (FKZ: 01PG20004).