Jeder erste Sonntag im Monat ist Digitaler Unabhängigkeitstag. Was es damit auf sich hat und warum das genau in unserem Sinne ist, erklären Louzie Brödel und Eva Schwaetzer aus der FCZB-Systemadministration.

Vielleicht habt ihr es schon mitbekommen: Marc-Uwe Kling, der Autor der Känguru-Chroniken, hat Ende letzten Jahres gemeinsam mit dem Chaos Computer Club und vielen anderen Initiativen den Digitalen Unabhängigkeitstag ins Leben gerufen. Ziel ist es, möglichst viele Menschen dazu zu motivieren, an jedem ersten Sonntag im Monat einen Dienst eines großen Tech-Konzerns durch eine demokratiefreundliche Alternative zu ersetzen. Hintergrund ist die enorme Macht, die diese Konzerne inzwischen angesammelt haben – eine Macht, die unsere Demokratien mittlerweile ernsthaft und auf verschiedene Weisen gefährdet.
Das FCZB freut sich sehr über diese Initiative und wird sich künftig mit kleinen Aktionen an den Digitalen Unabhängigkeitstagen beteiligen. Wir setzen uns systematisch mit der Frage nach einem verstärkten Einsatz von Open-Source-Tools auseinander, in diesem Jahr wird hier darüber noch mehr zu lesen sein. Denn digitale Unabhängigkeit ist auch für uns seit Langem ein zentrales Thema – vor allem als Unabhängigkeit von Frauen in dieser Gesellschaft. Seit über 40 Jahren stärken wir Frauen darin, technische Kompetenzen zu erwerben. Das schafft einerseits berufliche Unabhängigkeit, weil technische Fähigkeiten neue Perspektiven eröffnen, und stärkt außerdem die Selbstbestimmung, weil Frauen, die ihre Geräte selbst verwalten, nicht auf ihre Partner, Väter oder Söhne angewiesen sind.
Aber auch das gesellschaftliche Gesamtbild und die Unabhängigkeit von großen Konzernen wurde im FCZB schon immer mitgedacht. Deshalb sind digitale Alternativen wie Open-Source-Tools schon lange ein Thema bei uns. Vor fünf Jahren haben wir beispielsweise im Rahmen unseres Blogs eine kleine Artikelreihe gestartet, die unter anderem zur Nutzung von Open-Source-Tools einlädt. Natürlich hat sich seitdem vieles weiterentwickelt, so dass einige Informationen heute nicht mehr ganz aktuell sind. Für einen ersten Einblick in die Welt freier digitaler Alternativen und als Inspiration eignen sich die Beiträge aber nach wie vor auf jeden Fall. Schaut doch mal rein!
Zur Einstimmung empfehlen wir unseren Beitrag zur digitalen Mündigkeit. Leena Simon zeigt, warum ein selbstbestimmtes Leben nur möglich ist, wenn wir auch in der digitalen Welt Verantwortung für unser eigenes Handeln übernehmen. Wer nach alternativen, nicht kommerziellen sozialen Medien sucht, findet im Beitrag zum Fediverse den Einstieg in ein spannendes Universum. Alternativen zum Platzhirsch WhatsApp stellen wir in diesem Beitrag vor. Wie man schon mit einem einfachen Browserwechsel deutlich anonymer im Netz unterwegs sein kann, erklärt unser Beitrag zum Tor-Browser. Und wer erfahren möchte, wie man zur wohl größten Errungenschaft freien Wissens – der Wikipedia – beitragen kann, dem legen wir diesen Beitrag ans Herz.