IT-Know-how für den Wiedereinstieg

Viele Frauen haben ihre Berufstätigkeit wegen familiärer oder anderer Verpflichtungen unterbrochen, manche für mehrere Jahre. Damit der (Wieder-)einstieg in Büro und Verwaltung gelingt, sind aktuelles IT-Know-how und gute Deutschkenntnisse gefordert. Mit diesem Berufsrückkehrerinnen-Projekt startete 1984 die Geschichte des FCZB.

Ziele

In diesem Projekt bereiten drei Qualifizierungen dieTeilnehmerinnen optimal darauf vor, in den Beruf zurückzukehren oder sich beruflich neu zu orientieren. Die Teilzeitangebote sind gut mit anderen Verpflichtungen vereinbar. Sie können unabhängig voneinander besucht werden.

Besonderheiten

Stärken und Kompetenzen, die auf Erfahrungen und informellen Lernprozessen basieren, sind den Teilnehmerinnen als Potenziale für eine berufliche Tätigkeit oft nicht bewusst. Diese eigenen Fähigkeiten und Kompetenzen zu erkennen und einzuschätzen, ist ein wichtiges Kriterium für den beruflichen Wiedereinstieg. In Selbstreflexion, Gruppenarbeit und gemeinsamer Diskussion entwickeln die Frauen ihre persönlichen Stärkenprofile. So können sie nachhaltige Perspektiven entwickeln und ihre beruflichen Ziele greifbar machen. Hilfreiche Werkzeuge sind u.a. Kompetenzkarten, die anschaulich und in einfacher Sprache für die Potenzialanalyse geeignet sind. Auch der ProfilPASS bietet die Möglichkeit, Kompetenzen systematisch zu ermitteln, zu bewerten und zu bilanzieren. Begleitet wird die Kompetenzermittlung durch Gespräche mit einer qualifizierten Beraterin.

Aktivitäten

QUALIFIZIERUNG IT-KNOW-HOW FÜR DEN WIEDEREINSTIEG

Die Anforderungen an Büro- und Verwaltungstätigkeiten entwickeln sich rasant, IT-Kenntnisse werden immer vorausgesetzt. Frauen, die ihre Erwerbstätigkeit unterbrochen haben, z.B. während der Elternzeit, fühlen sich häufig unsicher im Umgang mit PC und Office-Anwendungen.

Diese Fortbildung unterstützt die Frauen dabei, in rund 20 Wochen aktuelles Wissen zu erwerben und berufsbezogen einzuüben. Dazu gehören Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Präsentation, interne und externe Kommunikation Internet-Recherche sowie Grundlagen von Datensicherheit und Datenschutz.

In regelmäßigen Besprechungen und Beratungen tauschen sich Teilnehmerinnen über Inhalte und Lernstrategien aus und planen, wie sie Lernen und (Familien-)Alltag vereinbaren können. Das erworbene Wissen fließt in das Praxisprojekt ein, das den Abschluss der Weiterbildung bildet.

Während der gesamten Fortbildung erfassen die Teilnehmerinnen ihr Lernverhalten, ihren Alltag im Zusammenhang mit der Fortbildung, ihre Lernmotivation, Berufsperspektive etc. einem digitalen Lerntagebuch. Die digitalen Aufzeichnungen werden als Broschüre zusammengestellt. Die Teilnehmerinnen erhalten diese ausgedruckt am Abschlusstag zusammen mit ihrem Zertifikat.

Zum Ende der Weiterbildung erstellen alle Teilnehmerinnen eine Präsentation. Dafür wählen sie ein Thema aus den Bereichen Arbeitswelt oder beruflicher (Wieder-)Einstieg aus und setzen es allein oder in einer Kleingruppe um.

BERUFLICHE ORIENTIERUNG UND BERUFSBEZOGENES DEUTSCH FÜR MIGRANTINNEN

In der zwölfwöchigen Weiterbildung werden die Qualifizierungsbereiche verknüpft und die Lerninhalte parallel erarbeitet: Die Frauen erkennen ihr persönliches Potenzial UND orientieren sich beruflich UND erweitern zugleich ihre deutschen Sprachkenntnisse und ihr IT-Wissen.

In Bezug auf die eigene Lebensgeschichte erkennen die Frauen ihre Fähigkeiten, um berufliche Perspektiven zu entwickeln. Dies geschieht stets in Deutsch, um die Sprache zu üben und zu festigen. Zur ergänzenden Recherche für die berufliche Orientierung, zur Dokumentation der Ergebnisse und zum Verfassen von Lebenslauf und Bewerbung arbeiten die Frauen mit PC- und Internetanwendungen.

Die Verschränkung der Bereiche wird sowohl im täglichen Ablauf der Fortbildung umgesetzt als auch in der Auswahl der Lernmaterialien: Neben dem klassischen Lehrbuch nutzen die Teilnehmerinnen eine Online-Lernplattform für berufsbezogenes Deutsch und üben sich im Umgang mit Online-Portalen zu Berufsbildern, Ausbildung und Stellenangeboten. Die speziell für Menschen mit Migrationshintergrund entwickelten Kompetenzkarten unterstützen die Frauen dabei ihre Stärken zu entdecken und zu kommunizieren.

Weitere praktische Erfahrungen sammeln die Frauen, wenn sie Informationseinrichtungen und Ausstellungen besuchen und aktiv an der Vorbereitung mitwirken.

GRUNDLAGEN DER FINANZBUCHHALTUNG

Für den beruflichen Wiedereinstieg bilden Fachkenntnisse in der Finanzbuchhaltung eine solide Basis. In nur sechs Wochen lernen die Frauen Buchhaltungssystematik, ordnungsgemäßes Buchen am PC sowie die Vorbereitung des Jahresabschlusses. Hierzu zählen Kenntnisse der rechtlichen Vorschriften, der üblichen Abläufe, zeitliche Vorgaben für Inventur, Bilanz und Kontenführung sowie das Erstellen von Preiskalkulation und Kassenbuch.

Der Theorie folgt die Praxis, indem die Frauen ihr erworbenes Wissen im Umgang mit dem Finanzbuchhaltungsprogramm Lexware arbeitsbezogen umsetzen. Das Programm ist weit verbreitet und wird sowohl in Unternehmen, Vereinen, NGO als auch von vielen Selbstständigen genutzt. Entsprechend vielfältig sind die Perspektiven für den beruflichen Wiedereinstieg.

Nach dem Abschluss können die Frauen Kunden- und Lieferantenkonten verwalten, Gewinn- und Verlustrechnungen aufstellen und kennen sich mit Abschreibungen aus, so dass sie vorbereitende Buchhaltungsarbeiten erledigen können. Die Chancen auf dem Arbeitsmarkt für Tätigkeiten im betrieblichen Rechnungswesen sind aktuell stabil.

Erfolge

Die Weiterbildung IT-KNOW-HOW FÜR DEN WIEDEREINSTIEG (früher: Keine Angst vor Computern) war 1984 bundesweit der erste frauenspezifische Computerkurs für Berufsrückkehrerinnen aus Büro- und Verwaltungsberufen. Bis heute haben mehr als 1.900 Frauen an der Weiterbildung teilgenommen. Die meisten von ihnen haben einen Job auf dem ersten Arbeitsmarkt gefunden.


Das Projekt IT-KNOW-HOW FÜR DEN WIEDEREINSTIEG wird gefördert aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und der Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung, Abteilung Frauen und Gleichstellung.