Mit großer Neugier haben 21 Frauen bei unserem Themennachmittag: KI IM ALLTAG FÜR SENIORINNEN Geräte und Programme ausprobiert, die mit Künstlicher Intelligenz (KI) arbeiten. Der Nachmittag war das letzte Angebot im Projekt Zusammen Digital mit Frauen 65+.

Schon im Vorfeld hatte sich gezeigt, wie relevant das Thema KI mittlerweile auch für Seniorinnen ist. Uns erreichte eine Anmeldung nach der nächsten, wir mussten die Plätze mehrfach aufstocken.
Wenn ich an KI denke, dann …
Mit diesem Einstieg starteten die beiden Trainerinnen Daniela Walter und Stefanie Schaarschmidt mit den Teilnehmerinnen in den Nachmittag. Auf einer Skala von 0 bis 10 sollten alle einschätzen, wie offen sie selbst KI-basierter Technik gegenüberstehen. Der Tenor war eindeutig: Neugier und Skepsis liegen nah beieinander. Alle bewegten sich zwischen den Polen „vorsichtig“ und „offen gegenüber KI“, als „wenig aufgeschlossen“ bezeichnete sich keine der Teilnehmerinnen.

KI für alle?
Anschließend gab Dr. Ute Kalender einen Einblick in die Chancen und Risiken KI-basierter Technik. Besonders aufmerksam hörten alle zu, als es darum ging, wie KI gesellschaftliche Diskriminierungen reproduziert: KI-basierte Technik funktioniert auf dunkler Haut schlechter als auf heller, KI-basierte Gesichtserkennung macht bei dunkler Hautfarbe also deutlich häufiger Fehler als bei heller Haut. Und besonders Frauen werden immer wieder falsch identifiziert oder gar nicht erkannt.
Gesundheitstracker in Smartwatches messen den Puls oder den Blutdruck auf dünner Haut, wie sie gerade bei älteren Menschen vorkommt, oft unzuverlässig oder gar nicht. Assistenzsysteme wie Alexa oder Gemini (früher: Google Assistant) erkennen Dialekte oder langsameres Sprechen nur schwer. Das führt dazu, dass sie Fragen oder Befehle nicht verstehen und nicht entsprechend reagieren, was zu Frust bei den Nutzenden führen kann. KI ist eben nicht für alle gleichermaßen mitgedacht.

KI-basierte Geräte und Programme im Test
Danach konnten die Teilnehmerinnen die Geräte aus dem KI-Koffer des Projekts KI für ein gutes Altern der BAGSO (Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen e.V.) ausprobieren. Dazu gab es kleine Aufgaben zum Bearbeiten und viel Zeit zum Testen. Dabei lief nicht alles glatt: Die Smartwatches waren zu groß und reagierten deshalb nicht, Sprachassistenten verzettelten sich mit alltäglichen Befehlen – und die elektronische Katze überzeugte eher als Kuriosität. Das Blutdruckmessgerät hatte ein praktisches Touchdisplay, das aber schlecht lesbar war. Zwei Fragen tauchten immer wieder auf: Brauche ich das wirklich? und: Welche persönlichen Daten gebe ich dafür preis?
Sehr offen standen viele Teilnehmerinnen dagegen KI-Anwendungen wie ChatGPT oder Quick, Draw! (ein Browser-Spiel, bei dem eine KI erkennt, was der Mensch am PC zeichnet) gegenüber. Die Anwendungen wirkten greifbar und sofort alltagstauglich.
Mehr Selbstbewusstsein im Umgang mit KI
Im Abschlussplenum zeigte sich der Effekt des Nachmittags: Viele Frauen fühlten sich jetzt sicherer als zu Beginn. In wenigen Stunden konnten sie ihre Haltung zu KI schärfen. Sie blicken jetzt offener und mit noch mehr Neugier und Selbstbewusstsein auf KI-basierte Technik – und mit dem Gefühl, dass Digitalisierung und KI keine exklusiven Zukunftsthemen sind, sondern Teil des eigenen Alltags werden können. So machte der Nachmittag auch deutlich, wie wichtig erfahrungsorientiertes Lernen ist.
Das FCZB ist KI-Lernort im Projekt KI für ein gutes Altern. KI für ein gutes Altern ist ein Projekt der BAGSO – Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen e.V. und wird gefördert vom

Das Projekt ZUSAMMEN DIGITAL MIT FRAUEN 65+ wird gefördert aus Mitteln der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie.