Building a feminist Internet: Feministische Netzpolitik in der Praxis

„Lasst uns ein feministisches Internet bauen!“ – diesem Aufruf des Gunda-Werner-Instituts in der Heinrich-Böll-Stiftung folgten auch Dr. Karin Reichel, FCZB-Geschäftsführerin, und Sibylle Würz, FCZB-IT-Trainerin.

Auf der Tagung Ende Juni 2018 wurden netzpolitische Handlungsfelder mit feministischen Diskussionen zusammengebracht. Das interaktive Format bot viele Gelegenheiten, um sich kennenzulernen und mit Akteur*innen aus unterschiedlichen Generationen und Bereichen zu vernetzen.

Die Veranstalterinnen appellierten in ihrer Einladung dafür, aus feministischer Perspektive für ein Internet zu kämpfen, „das inklusiv, bezahlbar und vor allem nutzbar ist im Streit für ein gerechtes und gewaltfreies Miteinander“.

In drei parallel stattfindenden Lectures wurden zunächst die theoretischen Grundlagen zu den Themen Überwachung, Künstliche Intelligenz/Algorithmen/Big Data und Diversity in Tech vorgestellt und diskutiert. in den anschließenden Workshops ging es um zu Programmiergrundlagen, feministischen Widerstand im Netz, Verschlüsseln gegen Überwachung und Funktionsweise des Internet.

Auf dem Abendpanel diskutierten Sabine Frank (Leiterin Regulierung, Verbraucher- und Jugendschutz Google Germany GmbH), Kathrin Ganz (Politikwissenschaftlerin, Netzaktivistin), Katharina Mosene (netzforma* e.V./Verein für feministische Netzpolitik, Politikwissenschaftlerin), Tabea Rösner (MdB, Sprecherin für Netzpolitik Bündnis90/Die Grünen) und Elke Steven (Geschäftsführerin Digitale Gesellschaft e.V.) über das Netzwerkdurchsetzungsgesetz (NetzDG), das die Bundesregierung vor einem halben Jahr vorgelegt hat, um digitale Gewalt auf den Plattformen der sozialen Medien zu bekämpfen. Einig waren sich die Teilnehmerinnen auf dem Panel, dass es ein schmaler Grat ist zwischen dem Vorgehen gegen Hetze und gefälschte Meldungen (Fake News) in sozialen Netzwerken und der Beschneidung von Meinungsfreiheit durch Behörden oder Privatfirmen, die soziale Netzwerke betreiben.

Weitere Informationen zur Veranstaltung gibt es auf den Seiten der Heinrich-Böll-Stiftung.