Schwerpunkt Digitalisierung beim Feministischen Sommerkongress 4.-5.7.26

Digitale Gesellschaft sicher und gerecht gestalten – feministische Praxis und Perspektiven

Das FCZB beteiligt sich an der Programmgestaltung des Feministischen Sommerkongresses 2026 (FemSK2026). Wir kuratieren und koordinieren  den Themenschwerpunkt DIGITALE GESELLSCHAFT SICHER UND GERECHT GESTALTEN – FEMINISTISCHE PRAXIS UND PERSPEKTIVEN  mit 6 verschiedenen Angeboten. 

Kolleg*innen aus dem FCZB-Team bieten innerhalb des Schwerpunktes einen Workshop und einen Infostand /Wechselstation zum  Thema  Digitale Unabhängigkeit und Open Source Apps an. 

Digitalisierung wird überwiegend technisch und wirtschaftlich diskutiert. Dabei verläuft sie nicht neutral, sondern reproduziert und verschärft soziale Ungleichheiten, Diskriminierungen und Machtmissbrauch.

Im Programmschwerpunkt  thematisieren Speaker*innen verschiedene Probleme der aktuell Ungleichheit zuspitzenden und für viele Menschen eher negativ verlaufenden Digitalisierung sowie Alternativkkonzepte und praktische Beispiele digitaler Selbstermächtigung und Umsetzung von Prinzipien feministischer Digitalpolitik.

Workshop Digitale Souveränität hands on – gemeinsam zu unabhängigen Smartphone-Apps wechseln, Eva Schwaetzer, FrauenComputerZententrumBerlin e.V. (FCZB)
Samstag, 4.7.2026, 12:10-13:10 Uhr

Ein kompakter Einstieg in die Themen Open Source und digitale Souveränität: Was bedeutet freie Software, warum ist sie für unsere Demokratie relevant, und welche Alternativen gibt es zu den großen Plattformen der US Tech-Konzerne? Wir stellen freie Alternativen für den digitalen Alltag vor: von Betriebssystemen über Office und Online-Zusammenarbeit bis hin zu Smartphone-Apps.
Danach wird es praktisch: Ihr richtet auf euren Smartphones alternative Apps ein (z.B. Signal, OpenStreetMap und Firefox), begleitet von Eva und Kolleginnen aus dem Team des FrauenComputerZentrumBerlin e.V. (FCZB).

Speakerin:
Eva Schwaetzer, Systemadministratorin, FrauenComputerZentrumBerlin e.V. (FCZB)
Website: www.fczb.de, Instagramm: @fczb_berlin    mastodon:

Eva Schwaetzer ist Psychologin und Medieninformatikerin und arbeitet hauptberuflich als Systemadministratorin im FrauenComputerZentrumBerlin e.V. (FCZB). Sie beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Open-Source-Tools und mit dem den Schutz digitaler Privatsphäre – freiberuflich und ehrenamtlich – u.a. für den Verein Topio e.V

 Mitwirkende: Kolleg*innen aus dem aus dem Team des (FCZB)

Am 4.7.2026, dem 250. Geburtstag der US-amerikanischen Unabhängigkeit leiten wir schon mal den morgigen Di.Day ein. An jedem ersten Sonntag im Monat veranstalten Initiativen und Einzelpersonen den Digital Independence Day: “Wir holen uns unser freies digitales Leben zurück, zerstören die Demokratie nicht weiter und wechseln zu demokratiefreundlichen digitalen Alternativen. Und wir sichern uns nach und nach unsere digitale Unabhängigkeit!“ Digital Independence Day

Wenn du auch dabei sein willst, komm vorbei. Wir unterstützen dich praktisch bei deinem Wechsel auf die „gute Seite der Macht“😊.

Begleitung: Eva Schwaetzer, Judith Engelke, Angela Nitsche, Nadia Rashwan, Ines Saidi aus dem Team des FrauenComputerZentrumBerlin e.V. (FCZB)

Im Workshop wird zunächst das Projekt Unlearning Anti-Feminism on TikTok vorgestellt und ein Überblick zum Phänomen Antifeminismus auf Social Media gegeben. Dann wird es praktisch: Neben Raum für Austausch spielen wir gemeinsam Bildungsmethoden an. Im TikTok-Puzzle machen wir eine Tiefenanalyse antifeministischer TikToks und mit make your meme come true bauen wir feministische Counter-Memes.

Speakerin: 
Lara Niederberger, Projektkoordination AntiAnti, mediale pfade <br>  
Website: antiantifeminism.org, Instagram: @medialepfade, @wirsindantianti
mastodon:

Lara Niederberger arbeitet als politische Bildnerin zu den Themen Antisemitismus, Rassismus, Antifeminismus und Queerfeindlichkeit und deren Übertragung in medienpädagogische Bildungsformate. Sie leitet bei mediale pfade e.V. das Projekt AntiAnti . Im abgeschlossenen Projekt UlAT-Unlearning Antifeminism on TikTok war sie für die Entwicklung der offenen Bildungsmaterialen zu Antifeminsmus zuständig.

Das Smartphone als Tatort: Digitale Gewalt im sozialen Nahraum

Der Vortrag ordnet verschiedene Formen geschlechtsbezogener digitaler Gewalt ein und zeigt, warum häusliche Gewalt heute fast immer eine digitale Dimension hat. Im Mittelpunkt stehen Fragen nach politischen und gesetzlichen Reaktionen: Welche Gewaltphänomene werden überhaupt adressiert? Wo gibt es Schutzlücken? Welche Maßnahmen helfen Betroffenen tatsächlich? Aus feministischer Perspektive wird diskutiert, warum ein reiner strafrechtlicher Ansatz nicht ausreicht und weshalb Gewaltschutz, Datenschutz, soziale Unterstützung, Plattformregulierung und technische Hilfe zusammengedacht werden müssen. 

Speakerin: Elizabeth Ávila-González, Juristin, Bundesverband der Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe, bff

Website:  frauen-gegen-gewalt.de, Bluesky: @bffgegengewalt.bsky.social

Elizabeth Avila González ist Juristin mit Schwerpunkt Menschenrechte und Digitalisierung. Sie arbeitet beim Bundesverband der Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe (bff) im Projekt „aktiv gegen digitale Gewalt“ zu digitaler geschlechtsspezifischer Gewalt im sozialen Nahraum mit Fokus auf Gewaltschutz, Plattformregulierung und feministische Cybersecurity.

Digitalpolitik ist kein Nischenthema und darf von uns nicht so behandelt werden. Sie entscheidet über zentrale Fragen gesellschaftlicher Macht und Teilhabe, demokratischer Rechte und Freiheiten sowie sozialer Gerechtigkeit. Was müssen wir sichtbar machen und wie können wir intervenieren, damit digitale Technologien uns nicht bedrohen, manipulieren, überwachen oder ausbeuten, vulnerable Gruppen von Teilhabe ausschließen oder den Klimakollaps befördern, sondern dem Gemeinwohl und der Geschlechtergerechtigkeit dienen? Was kann und will feministische Digitalpolitik und wie lässt sie sich umsetzen?

Speaker*innen

Dr. Tanja Kubes
LinkedIn: Dr. Tanja Kubes

Dr. Tanja Kubes forscht und lehrt an der Schnittstelle von Gender Studies, Künstlicher Intelligenz und Robotik. Sie berät zu Feministischer KI und KI-Governance. Ihr Ziel: KI radikal neu denken, für eine gerechtere, diversere und inklusivere Technikzukunft. Im September 2026 erscheint ihr neues Buch Code & Care: Mit Feministischer KI die Welt gerechter gestalten. 

Miriam Ruhenstroth, Ein Team gegen digitale Gewalt, ITUJ e.V:
Website: Ein Team gegen digitale Gewalt, LinkedIn: Miriam Ruhenstroth

Miriam Ruhenstroth ist Vorständin des gemeinnützigen Vereins ITUJ e.V. und Mitgründerin der Initiative Ein Team gegen digitale Gewalt, die seit 2022 vom ITUJ getragen wird. Seit März baut sie zusammen mit Ein Team die technische Anlaufstelle digitale Gewalt Berlin auf. Davor hat sie viele Jahre als Technik- und Wissenschaftsjournalistin gearbeitet.  

Corinna Vetter, Heinrich-Böll-Stiftung, Digitale Ordnungspolitik
Instagram: @corinnave LinkedIn: Corinna Vetter

Corinna Vetter ist Referentin für Digitale Ordnungspolitik der Heinrich-Böll-Stiftung. Zuvor war sie Advocacy Lead bei SUPERRR Lab, wo sie das Thema feministische Digitalpolitik verantwortete. Früher arbeitete sie im Themenbereich Gleichstellung u.a. beim DGB oder der Europäischen Kommission.

Dr. Anja C. Wagner, FROLLEINFLOW
Website: FROLLEINFLOW,  LinkedIn: Anja C. Wagner  Instagram: @frolleinflow

Dr. Anja C. Wagner leitet FROLLEINFLOW – Institut für kreative Flaneure in Berlin. Sie forscht und berät zu KI, Bildungspolitik und Machtverhältnissen: Wer gestaltet lernende Systeme — und wer wird dabei systematisch übersehen? Vordenkerin, Autorin, strategische Beraterin für Führungskräfte. Ihr Buch Radikal Souverän erscheint 2027. Leitmotiv: Berufen statt zertifiziert.

Moderation
Duscha Rosen, FrauenComputerZentrumBerlin e.V. (FCZB)
Website: www.fczb.de/team, Instagramm: @fczb_berlin, LinkedIn: FCZB

Duscha Rosen ist Teil des FCZB-Geschäftsführungsteams und leitet die Öffentlichkeitsarbeit der feministischen IT-Weiterbildungsorganisation. Schwerpunkte ihrer Arbeit sind Vernetzung und Anbahnung von Projekt-Kooperationen zur Stärkung der digitalen Teilhabe und Selbstbestimmung von Frauen sowie Lobbying für eine geschlechtergerechte und gemeinwohlorientierte Digitalisierung.

Feministischer Sommerkongress 2026 (FemSk2026)

Zukunft feministisch gestalten!

04. und 05. Juli 2026

Ort: Martas Gästehäuser

Lehrter Str. 68, 10557 Berlin (Nähe Hauptbahnhof)

2 Tage, 11 Themenschwerpunkte, mehr als 50 Veranstaltungen, über 300 Teilnehmende

Infos und Programm auf der Kongresswebsite

Anmeldung: Der Eintritt ist kostenlos, aber die Plätze sind begrenzt. Meldet Euch hier schnell an.