Beruflich einsteigen mit kritischen Medienkompetenzen

Das  Modellprojekt „Perspektive 2.0“ lief vom 1. August 2012 bis zum 31. März 2015. Ziel war es, Trainer_innen, Pädagog_innen, Coaches und Berater_innen aus den Bereichen Bewerbung und Berufseinstieg zu ermöglichen, ihre fachliche Expertise durch den Aufbau kritischer Medienkompetenzen zu ergänzen.

Damit traf das Projekt auf einen aktuellen Bedarf des Bildungspersonals, insbes. in der beruflichen Bildung.

Einerseits verlangen immer mehr Unternehmen u.a. Arbeitgeber_innen bei Ausschreibungen digitale Bewerbungsunterlagen und prüfen das Online-Profil oder die Online-Reputation von Kandidat_innen, bevor es zu einem Vorstellungsgespräch kommt.

Andererseits fehlt Pädagog_innen, die mit Aufgaben der Vorbereitung und Begleitung des Berufseinstiegs betraut sind, häufig das nötige Wissen und v.a. kritisches Know-how, wie die digitalen sozialen Medien individuell angemessen und gewinnbringend für berufliche Zwecke einzusetzen sind.

In einem ersten Projektabschnitt wurde ein didaktisches Konzept entwickelt, das Pädagog_innen in die Lage versetzt, medienkritisches Web 2.0 Know-how zu erwerben und mit  ihren vorhandenen Fachkompetenzen zu kombinieren.

In einem zweiten Schritt entwickelten Pädagog_innen aus vier Bildungseinrichtungen didaktische Konzepte für die Web 2.0-Medienkompetenzentwicklung ihrer Zielgruppen: junge Menschen in der Berufsorientierung, Auszubildende und Berufseinsteiger_innen nach Ausbildungsabschluss.

Auf Basis dieser exemplarischen Konzepte wird Zielgruppen mit besonderen Schwierigkeiten beim Übergang Schule – Ausbildung und Ausbildung – Berufseinstieg der Erwerb kritischer Medienkompetenzen ermöglicht, die ihre Chancen auf einen erfolgreichen Berufseinstieg und gesellschaftliche Integration steigern.

Alle entwickelten Konzepte wurden im Projekt durch Testdurchläufe überprüft und in Hinblick auf ihre angestrebte Übertragbarkeit untersucht.

Erfahrungen und Ergebnisse wurden projektbegleitend durch dimeb (Uni Bremen) wissenschaftlich evaluiert, laufend auf der Projektwebsite veröffentlicht und auf einer Abschlussveranstaltung mit einer interessierten Fachöffentlichkeit diskutiert.