Digitale Unabhängigkeit in der Praxis: Nextcloud

In Unternehmen, Vereinen oder NGOs: Viele Teams arbeiten heute ganz selbstverständlich in der Cloud. Wer sich dabei nicht von großen US-Anbietern abhängig machen möchte, kann auf eine europäische Alternative setzen.

Alle Kolleg*innen können auf die gleichen Dateien zugreifen, gemeinsam an Dokumenten arbeiten, Termine im gemeinsamen Kalender bündeln und ohne das Tool zu wechseln unkompliziert via Chat und Videokonferenz kommunizieren. Keine Frage, das ist praktisch! Zugleich bedeutet es aber oft eine starke Bindung an einen proprietären Anbieter wie Microsoft (365) oder Google. Die eigenen Daten liegen dann bei großen US-Konzernen und damit auch im Zugriffsbereich der US-Behörden.

Dabei gibt es mit Nextcloud längst eine starke europäische Cloud-Alternative. Die Plattform wird von der Nextcloud GmbH in Stuttgart und Berlin entwickelt, ist open source und verspricht, den Nutzer*innen mehr Kontrolle über ihre Daten zu geben. Nextcloud ist dabei schon lange keine Nischenlösung mehr, sondern wird nach eigenen Angaben weltweit von vielen Millionen Nutzer*innen in Unternehmen, Bildungseinrichtungen oder der öffentlichen Verwaltung eingesetzt.

Nextcloud bündelt wie andere Cloud-Anbieter auch verschiedene Werkzeuge für die tägliche Zusammenarbeit an einem Ort. Es gibt eine gemeinsame Dateiablage und die Möglichkeit, Dokument gemeinsam zu bearbeiten. Auch ein Kalender steht zur Verfügung genau wie die Möglichkeit, Kontakte zu speichern oder Aufgaben zu verteilen. Es gibt E-Mail-, Chat- und Videokonferenz-Tools.

Besonders groß ist der Funktionsumfang durch das App-System: Nextcloud stellt einen eigenen App-Store bereit und spricht von hunderten Apps, mit denen sich die Plattform erweitern lässt. Dazu gehören unter anderem Formulare, ein Tool zum Wissensmanagement, ein Whiteboard und eine Passwortverwaltung. Nextcloud ist daher keine starre Komplettlösung, sondern ein System, das sich nach den eigenen Wünschen gestalten lässt.

Und vielleicht das Wichtigste: Nutzer*innen behalten die Kontrolle über ihre Daten. Nextcloud kann auf einem eigenen Server selbst betrieben werden oder europäischen datenschutzrechtlichen Standards gemäß (DSGVO-konform) bei einem europäischen Anbieter gehostet werden.

Nextcloud klingt gut – aber wie geht’s?

Für alle, die sich für einen Wechsel zu Nextcloud interessieren oder einfach eine datenschutzfreundliche und praxistaugliche Lösung für die digitale Zusammenarbeit kennenlernen möchten, gibt Eva Schwaetzer im kurz & gut-Workshop am 20. Mai einen Einstieg in die Funktionsweise und die Einsatzmöglichkeiten von Nextcloud. Im praktischen Teil werden gemeinsam Apps installiert und getestet. Außerdem gibt es Raum für individuelle Fragen und Wünsche, Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Zum Workshop gehts es hier.